– Kontext: Wochenzeitung – Ein Beispiel für unabhängigen Qualitätsjournalismus –

„Wo der Profit regiert, leidet der Journalismus, wo die Macht nicht kontrolliert wird, die Demokratie, wo Parolen den Verstand ersetzen, die Vernunft“, schrieben Josef-Otto Freudenreich, Susanne Stiefel und Anna Hunger als Vorwort in einem Buch, das vor nunmehr fünf Jahren erschien. Die drei Autoren sind Redakteure von „Kontext: Wochenzeitung“, einer Zeitung, die immer mittwochs als Internetzeitung erscheint und zusätzlich samstags als Beilage der „taz am wochenende“ in gedruckter Form bezogen werden kann.
Die „Kontext: Wochenzeitung“ gibt es seit April 2011. Anlass für die Gründung waren, so ein Wikipedia-Eintrag über „Kontext“, die Auseinandersetzungen um den Bau des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs im Rahmen von Stuttgart 21 sowie der so genannte schwarze Donnerstag am 30. September 2010 im Stuttgarter Schlossgarten – und die Unzufriedenheit mit einer in den Augen der Gründer zunehmend oberflächlichen Berichterstattung in der Presselandschaft, nicht nur zu Stuttgart 21
Mit viel Herzblut, noch mehr journalistischem aber umso weniger ökonomischen Sachverstand sei man damals nach dem Motto „altmodisch in die Zukunft“ gestartet. Wobei sich „altmodisch“ auf die Arbeitsweise und den Anspruch beziehen, hintergründigen Qualitätsjournalismus zu leisten, gut recherchierte Geschichten und wohldurchdachte Artikel schreiben zu wollen. Gleichzeitig übten und üben die Macher von „Kontext: Wochenzeitung“ mit ihrem Anspruch Kritik an der Medienlandschaft in der Bundesrepublik, die dominiert wird von ausschließlich gewinnorientierten Verlegern sowie eines Zwangsabgaben-finanzierten Staatsrundfunks, bei dem ein aufgeblähter Verwaltungsapparat den größten Teil der Einnahmen verschlingt.
Diese Kritik kann eins zu eins auch auf die Presselandschaft in der Westpfalz übertragen werden, in der eine Tageszeitung und ein werbefinanziertes Wochenblatt die journalistischen Platzhirsche sind, die beide übrigens dem gleichen Verleger gehören. Dessen Familie wiederum besitz einen Konzern, der an einer fast unüberschaubaren Zahl von Zeitungen, Verlagen, Radiosendern und sogar einem Wellness-Hotel beteiligt ist und der pro Jahr einen Umsatz von geschätzten 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Trotzdem wird in der Zeitungsbranche an allen Ecken und Enden gespart, auch und gerade im lokalen Bereich, bei dem ein Großteil der Beiträge von freien Mitarbeitern stammen, die keine Arbeitsverträge haben, nicht sozialversichert sind und deren Zeilenhonorar mehr als bescheiden ist.
Bescheiden ist auch das Budget von „Kontext: Wochenzeitung“, das sich in erster Linie aus Abonnementen, Leserspenden und den Beiträgen der Mitglieder des Vereins „Kontext: Verein für ganzheitlichen Journalismus“ zusammensetzt, der als Herausgeber von „Kontext: Wochenzeitung“ fungiert. Nach zehn Jahren „am Markt“ hat es sich gezeigt, dass ein solches Modell durchaus funktionieren kann, denn heute ist „Kontext. Wochenzeitung“ so etwas wie der Primus des kritischen, investigativen und vor allem unabhängigen Journalismus im bundesdeutschen Internet. Das hat natürlich auch etwas mit einer Entwicklung zu tun, die eine Art Gegenpol zu dem bieten soll, was den Mainstream im Netz ausmacht: keine Nachrichtenhäppchen, kein „Gezwitscher“, keine bunten Bildchen und Singlebörsen sondern Recherche, Einordnen, Bewerten und Zusammenhängendes in den Kontext stellen. (red)

 

 

 

 

 

 

 

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Montag, 25. Januar, 18 Uhr, Online-Elternabend der St.-Katharina-Realschule für Eltern der Grundschulkinder aus Klasse 4. Anmeldung per E-Mail an sekretariat@skr-landstuhl.de

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